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Jahreshauptversammlung 2020

Die U-18-Volleyballerinnen sowie die Volleyballerinnen stellen die Nachwuchsmannschaft sowie die Mannschaft des Jahres beim VfL Bad Berleburg – und erhielten dafür jeweils ihre verdiente Anerkennung. (SZ-Foto: Timo Karl)

Sorgenkind soll Abhilfe erhalten

Positive Gespräche über Sanierung der Sportanlage / Vandalismus bleibt Problem

Bad Berleburg. (tika) Es sind eher die kleinen Schritte, die zurück zur Normalität führen. Der Sportbetrieb ist wieder angelaufen, Versammlungen sind zumindest derzeit möglich. Und doch scheint bereits jetzt klar: Eine Normalität wie die vor Corona gibt es wohl nicht mehr. „Die Pandemie wird auch mittelfristig Auswirkungen auf den Sport und die Sportausübung haben“, prophezeite Eberhard Kießler am Dienstagabend im Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg. Die Erleichterung darüber, dass die Jahreshauptversammlung des VfL Bad Berleburg an dieser Stelle nun möglich war, stand dem Vorsitzenden und seinen Mitstreitern ins Gesicht geschrieben.

„Nach dem Schock haben sich die Verhältnisse in unserem Verein wieder etwas normalisiert. Aber alles ist anders als früher“, betonte Kießler im Rahmen der 50. Jahreshauptversammlung – exakt 50 Jahre also nach der Fusion des TV Berleburg, des Ski-Club Berleburg und des Spiel- und Sportvereins Berleburg zum VfL Bad Berleburg. Tatsächlich allerdings haben die Verantwortlichen die Zeit genutzt, in der der aktive Betrieb zum Erliegen gekommen war. Konkret haben sie die Gespräche mit der Stadt Bad Berleburg über die Modernisierung der Sportstätten auf dem Stöppel forciert. Das Kleinsportfeld, das insbesondere die Leichtathleten nutzen, ist bereits saniert.

Das Sorgenkind sind Sportplatz und Laufbahn, einschließlich des Sportheims. „Es gibt in dieser Hinsicht viele Diskussionspunkte und Baustellen, es bedarf da des Einsatzes und des Engagements unserer Mitglieder – aber die Dinge sind im Fluss“, erklärte Kießler. Die Gespräche mit der Stadtverwaltung, deren Kooperationsbereitschaft der Vorsitzende ausdrücklich lobte, seien „auf einem guten Weg. Die Erneuerung des Kunstrasenplatzes steht in den kommenden Jahren an“, betonte Kießler. Will heißen: Der Investitionsplan ist konkretisiert. Denn die marode Tribüne, der zerstörte Zaun um den Sportplatz und der Bauzustand des Mehrzweckgebäudes machen eine umfassende Sanierung ebenso notwendig wie eine Instandsetzung der Laufbahn, die deutlich abgenutzt ist. „Es geht auch darum, die Sportanlage für die Nutzung durch die Schulen zu sichern“, konstatierte der VfL-Vorsitzende.

Schon aus Sicherheitsgründen ist dies notwendig, zuletzt war die Anlage auf dem Stöppel immer wieder das Ziel von Vandalismus. „Erst vor einigen Tagen habe ich einen Bescheid der Staatsanwaltschaft erhalten, dass ein Ermittlungsverfahren eingestellt ist – wegen Nicht-Ermittelbarkeit der Täter“, haderte Johannes Röhl. Der Fußball-Abteilungsleiter wies darauf hin, dass die Zerstörung eine Gefahr für Sportler sei. Während eines Fußballspiels habe er kürzlich Scherben auf dem Kunstrasen entdeckt, „das kann ernsthafte Verletzungen nach sich ziehen“, wusste Röhl.

Zunehmend problematisch ist auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Im Vorjahr zählte der Verein noch 1547 Mitglieder, zu Beginn dieses Jahres noch 1543. „Die Zahl der Mitglieder hat sich in diesem Zeitraum nur knapp verringert, aber diese Tendenz der knappen Verringerung hält leider dauerhaft an“, berichtete Uwe Döbbert. Denn, so der VfL-Geschäftsführer, Ende Juni habe der Verein nur noch 1513 Mitglieder gezählt. Einen „leichten Rückgang“ verbuchte der Verein derweil auch bei der Anzahl der absolvierten Sportabzeichen, die bei 46 lag – im Vorjahr waren es noch 50. „Die starke Beteiligung der Schulen schmälert unser Ergebnis“, erklärte Sportabzeichen-Prüfer Klaus-Dieter Saßmannshausen, der den Bericht des Sportabzeichenobmanns Michael Boer stellvertretend vortrug. Insgesamt 659 Sportabzeichen gingen in die Schulen.

Ein weiterer Grund für den Rückgang innerhalb des Vereins: „Wir verzeichnen von Jahr zu Jahr einen Rückgang bei den Jugendlichen.“ Früher sei eine Teilnahme noch ob der Benotung im Sportunterricht attraktiv gewesen, inzwischen bestehe daran aber kein Interesse mehr.

Von Timo Karl


Für langjährige Treue und in Anerkennung ihrer Verdienste ehrte der VfL Bad Berleburg zahlreiche Mitglieder und ernannte insgesamt drei von ihnen zu Ehrenmitgliedern. (SZ-Foto: Timo Karl)

Emotionale Würdigung und Auszeichnung als Ehrenmitglied

Besonders emotional war der Moment, in dem der VfL Bad Berleburg am Dienstagabend seine neuen Ehrenmitglieder ernannte – speziell Rainer Dreisbach, der die Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste und Leistungen in Abwesenheit erhielt. „Rainer hat die ausgesprochen positive Entwicklung der Fußballabteilung und speziell der 1. Mannschaft begleitet und vorangetrieben. Diese Entwicklung ist eng mit dem Namen Rainer Dreisbach verbunden“, sagte der VfL-Vorsitzende Eberhard Kießler über den einstigen Fußball-Abteilungsleiter, der aufgrund einer schweren Erkrankung der Jahreshauptversammlung des Vereins im Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg beiwohnte. Bereits zuvor hatte Dreisbachs Nachfolger Johannes Röhl – ebenso wie darauf auch Kießler – den einstigen Abteilungsleiter mit Blick auf seine Verdienste, in einer emotionalen Laudatio vor allem aber auch als Mensch gewürdigt.

Im Verlauf des Abends ehrte der VfL Bad Berleburg zudem langjährige Mitglieder – und die Mannschaften des Jahres: die Volleyballerinnen, die den Aufstieg in die Verbandsliga realisiert hatten, und den weiblichen U-18-Nachwuchs der Volleyballerinnen, die zum zweiten Mal in Folge zu den Top-20-Teams in NRW zählen. Dass beide Teams – und speziell die Seniorinnen – kontinuierlich derart erfolgreich sind, führte Laudatorin Ulla Belz auf die qualitativ hochwertige Jugendarbeit zurück, „sie ist das Fundament, ist die Grundlage“.

Die Ehrungen des Abends im Überblick:

Mannschaft des Jahres: Volleyball-Frauenmannschaft
Emma Althaus, Sophia Bald, Lara Böttger, Marie Homrighausen, Catharina Hüster, Melani Kunz, Jana Lauber, Louisa Rothenpieler, Mareike Rothenpieler, Julia Schoß, Petra Steiner, Annelie von Essen, Madlen Weller, Trainer Matthias Winter

Nachwuchsmannschaft des Jahres: Weibliche U-18-Volleyball-Mannschaft
Emma Althaus, Marie August, Sophia Bald, Luzy Biegler, Lara Böttger, Arzana Dashi, Marie Homrighausen, Jana Lauber, Marie Meinecke, Trainer Jürgen Reinhard

Ehrenmitglieder:
Hildegard Marburger, Klaus-Dieter Saßmannshausen (beide Abteilung Turnen und Leichtathletik), Rainer Dreisbach (Abteilung Fußball/in Abwesenheit)

60 Jahre Mitgliedschaft:
Herbert Gans, Heinrich Wolf

50 Jahre Mitgliedschaft:
Horst-Peter Schneider, Christoph Witten, Karsten Wolter, Jürgen Halverscheid, Ernst Homrighausen, Helga Nies, Johanna Gans, Jochen Kreuger, Dieter Leiendecker, Ralf Bettelhäuser, Barbara Hundt, Ursel Schneider, Andreas Wahl, Michael Klöckner, Heinz-Willi Kroh, Wilhelm Bald, Petra Kalkbrenner, Reinhard Pusch, Thomas Becker, Wolfgang Lantsch, Hans-Ulrich Rehberg, Jürgen Wahl, Norbert Prasser, Heiko Pratsch, Jürgen Hackenbracht, Christian Kocherscheidt, Rainer Birkelbach, Heinz-Willi Kroh

40 Jahre Mitgliedschaft:
Frank Brune, Jürgen Grebe, Renate Strack, Andrea Winter, Burkhard Althaus, Marion Bald-Rasmussen, Stella Kroh, Kerstin August, Silke Rangetiner, Ralf Langenbach, Georg-Uwe Höse, Frank Rother, Bärbel Haas, Rebecca Kaletsch, Bernd Witten, Inge Meyer, Simone Schmidt, Gisela Schröder

25 Jahre Mitgliedschaft:
Werner Braun, Verena Stöcker, Julian Wittenborn, Lisa Wittenborn, Christian Kehrle, Fabian Dengler, Elena Hackenbracht, Christin Benfer, Klaus Schommers, Mareile Pöppel, Anette Rose, Sonja Sittler, Dirk Grundmann

Von Timo Karl

Siegener Zeitung (Donnerstag, 10. September 2020)